Forschungsprojekt dimenSion

Bei Autos oder Werkzeugen sind Prototypen ein üblicher Entwicklungsschritt auf dem Weg zum marktreifen Produkt. Im Bereich der Dienstleistungen hingegen gibt es noch kein verbindliches und wissenschaftlich erprobtes System zum Entwickeln von Prototypen. Das soll sich nun ändern. Das Verbundprojekt »dimenSion« hat mit einem Projektkonsortium aus Partnern aus Forschung und Industrie die Arbeit begonnen.

Unter dem Titel »Multidimensionales Service Prototyping« soll der Entstehungsprozess von Prototypen im Dienstleistungsbereich verbessert werden. Es geht hierbei um die Entwicklung von Dienstleistungen von Online-Beratungsautomaten bis zu Simulatoren für die Ausbildung von Maschinenbedienern. Projektleiter Professor Dr. Christian van Husen (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Furtwangen) sieht einen konkreten Mehrwert für Unternehmen: »Durch den Einsatz von Prototypen sollen die Qualität und Chancen entwickelter Dienstleistungen verbessert werden.«

Das Projektkonsortium wird während der drei Jahre Projektlaufzeit Lösungsansätze entwickeln, die die Entscheidungsfindung, das Testen, die Optimierung, die Schulung und die Dokumentation in der Dienstleistungsentwicklung unterstützen. Um die praktische Anwendbarkeit der entwickelten Lösungsansätze zu gewährleisten, bringen beteiligte Unternehmen spezifische Fallbeispiele aus verschiedenen Branchen ein. So soll beispielsweise eine Dienstleistung in Form eines Simulators entwickelt werden, mit dem Maschinenbediener hochwertiger, sensibler Maschinen ausgebildet werden können. Besonders durch schnell umsetzbare Dienstleistungs-Prototypen, sogenanntes Rapid Service Prototyping, sollen auch kleine Entwicklungsprojekte oder frühe Phasen des Entwicklungsprozesses unterstützt werden.

Wenn Unternehmen zunehmend komplexe Dienstleistungen neu entwickeln, müssen sie über Servicekonzepte entscheiden, diese mit allen Beteiligten kommunizieren und testen. Während der Einsatz von Prototypen in anderen Disziplinen, wie beispielsweise der Produktentwicklung, etabliert und bewährt ist, sind Prototyping-Techniken für die Dienstleistungsentwicklung bisher wenig erforscht und in der Praxis kaum vorzufinden. Durch Prototypen können die Entwicklungsabteilung, das Management oder die Verbraucher den Prototypen nutzen, um sich das fertige System vorstellen und beurteilen zu können.

Projektpartner

An dem Verbundprojekt sind neben der Hochschule Furtwangen das Karlsruher Institut für Technologie, die Unternehmen Herrenknecht AG, Gebrüder FALLER GmbH, Romaco Pharmatechnik GmbH, Gabler GmbH & Co. KG und SolidLine AG beteiligt. Assoziierte Partner sind die Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH, das Virtual Dimension Center TZ St. Georgen w.V. sowie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA). Das Projekt hat eine Laufzeit von November 2015 bis April 2019 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms »Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen« gefördert.

Weitere Informationen rund um das Projekt finden Sie unter:

www.dimension-projekt.de

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